Was heißt hinterlüftet?
Bei einer hinterlüfteten Fassade liegt zwischen Dämmung und äußerer Bekleidung eine Luftschicht. Regen, der durch die Fugen der Bekleidung dringt, kann dort ablaufen oder abtrocknen. Die Dämmung bleibt trocken, und die Bekleidung kann von beiden Seiten abtrocknen.
Zusammen mit dem diffusionsoffenen Aufbau aus Holzfaser ergibt das eine Wand, die Feuchte gut verträgt. Das Grundprinzip der Fassadendämmung mit Holzfaser erklärt die Seite Holzfaserdämmung Fassade.
Der Aufbau von innen nach außen
Holz-Unterkonstruktion
Auf der Wand wird eine Unterkonstruktion aus Holz befestigt, meist als Lattung oder Ständerwerk. Sie trägt die Bekleidung und gibt dem Aufbau die Tiefe. Auf Mauerwerk wird sie mit Abstandshaltern verankert, bei Holzbauten an der Konstruktion.
Holzfaser zwischen der Lattung oder als Platten
Die Dämmung liegt entweder als Matte oder Platte zwischen den Latten, oder als Plattenlage über die ganze Fläche. Die zweite Lösung verringert Wärmebrücken durch die Holzkonstruktion. Welche Variante passt, hängt von Dämmstärke und Untergrund ab.
Wasserabweisende, winddichte Holzfaserplatte
Außen auf der Dämmung folgt eine Holzfaserplatte, die Wasser abweist und den Wind abhält. Sie schützt die Dämmung dahinter vor Feuchte aus der Hinterlüftung und vor Zugluft, die Wärme abtransportiert. Sie ist weiter diffusionsoffen, damit die Wand nach außen trocknet.
Hinterlüftungsebene mit Insektenschutz
Die Luftschicht ist üblicherweise einige Zentimeter dick. Sie muss unten Luft einlassen und oben ausleiten. Die Öffnungen erhalten einen Insektenschutz, der Tiere abhält, aber die Luftströmung nicht blockiert.
Bekleidung
Die äußere Schicht ist das, was man sieht. Hier hat das Handwerk den größten Spielraum.
Holzschalung: Material und Formen
Holzarten
- Lärche ist von Natur aus harzreich und dauerhaft.
- Douglasie ist ähnlich robust und gut verfügbar.
- Fichte ist günstiger und gut zu bearbeiten, braucht aber meist mehr konstruktiven Schutz oder eine Beschichtung.
Die Wahl richtet sich nach Lage, Budget und Optik. Eine Beratung gehört dazu, weil jede Holzart Vor- und Nachteile hat.
Schalungsarten
- Boden-Deckel-Schalung: senkrechte Bretter, Fugen mit Deckleisten verschlossen. Klassisch und wetterfest.
- Rhombusschalung: schräg angeschnittene Leisten, die ein ruhiges, modernes Bild ergeben.
- Stülpschalung: waagerechte, überlappende Bretter. Sie leitet Wasser sicher ab.
Alternativ lassen sich Plattenwerkstoffe verwenden, wenn die Optik oder das Budget es verlangen.
Befestigung und Details
Die Schalung wird so befestigt, dass sie sich bewegen kann, denn Holz arbeitet je nach Feuchte und Temperatur. Zu starre Verbindungen führen zu Rissen oder Verzug. Schrauben und Nägel aus Edelstahl verhindern dunkle Verfärbungen. An Traufe, Sockel und Fenstern braucht die Bekleidung saubere Abschlüsse, damit Wasser abläuft und die Hinterlüftung durchgängig bleibt.
Dazu kommt ein Abstand zwischen Schalung und Gelände. Holz soll nicht dauerhaft nass stehen, deshalb endet die Bekleidung mit einem Abstand oberhalb des Sockels.
Vorteile dieser Ausführung
Die hinterlüftete Fassade punktet an mehreren Stellen:
- Robust und reparierbar. Ein beschädigtes Brett lässt sich ersetzen, ohne die Fassade neu zu machen.
- Kein Putz. Damit gibt es keine Algen auf dem Putz. Auch auf Holz kann sich Bewuchs bilden, besonders an feuchten, schattigen Stellen, das ist dann aber eine Oberflächenfrage.
- Weniger wetterabhängig bei der Montage. Es muss kein nasser Putz abbinden.
- Gestaltung. Holzart, Schalungsform und Farbe geben dem Haus ein eigenes Gesicht.
Dem stehen Nachteile gegenüber: Die Ausführung ist aufwändiger als ein einfaches WDVS, und die Wand wird insgesamt dicker. Holz verändert seine Farbe, und je nach Beschichtung kommt Pflege dazu. Die Alternative mit Putz erklärt die Seite Holzfaser WDVS.
Für welche Häuser passt das?
Die hinterlüftete Fassade eignet sich für Holzhäuser, Holzständerbauten und Mauerwerk gleichermaßen. Sie lohnt sich besonders bei Häusern mit unebenen Wänden, weil die Unterkonstruktion Unebenheiten ausgleicht, und bei Gebäuden, deren Putz stark geschädigt ist. Auch Anbauten, Aufstockungen und Giebel lassen sich damit gut gestalten. Beim Altbau stehen die Fragen zu Untergrund und Feuchte auf der Seite Fassadendämmung im Altbau.
Pflege und Vergrauung
Holz altert sichtbar. Unbehandelt wird es mit den Jahren grau. Wetterseiten vergrauen schneller, geschützte Flächen langsamer. Das kann ungleichmäßig aussehen, bevor sich das Bild ausgleicht. Das ist normal und schadet dem Holz nicht.
Wer die Optik erhalten möchte, streicht oder lasiert. Dann gehört ein Nachanstrich nach einigen Jahren dazu. Wer die Fassade grau werden lässt, spart sich den Anstrich, sollte aber die Schalung gelegentlich kontrollieren. Wichtig bleibt in beiden Fällen der konstruktive Holzschutz: Abstand zum Boden, Tropfkanten, ein Dachüberstand und Fugen, die abtrocknen können.
Beispiele finden Sie unter Referenzen. Bei Holzbauten kommen weitere Fragen hinzu, die auf der Seite Fassadendämmung beim Holzhaus behandelt werden.
Brandschutz allgemein
Holzfassaden sind je nach Gebäudeklasse zulässig, aber nicht überall. Anforderungen ergeben sich aus der Gebäudeklasse, dem Abstand zu Nachbarn und den Zulassungen der verwendeten Bauteile. Wir prüfen das vor der Planung für Ihr Haus und sagen Ihnen offen, wenn eine Holzfassade dort nicht in Frage kommt.
Kosten und Ablauf
Eine hinterlüftete Fassade mit Holzschalung ist aufwändiger als ein einfacher Putzaufbau. Was das für Ihr Haus bedeutet, hängt von Fläche, Holzart und Schalungsform ab. Einen groben Rahmen finden Sie auf der Seite Kosten der Holzfaserdämmung, den Ablauf auf der Seite Ablauf.
Nächster Schritt
Wenn Sie überlegen, welche Holzart und welche Schalung zu Ihrem Haus passen, schicken Sie uns eine Anfrage mit Fotos. Eine erste Größenordnung zeigt der Rechner auf der Kostenseite.
Stand: · Sebastian Lindner, Schreinermeister
