Warum Holzfaser zum Holzbau passt
Ein Holzhaus lebt davon, dass die Konstruktion trocken bleibt. Feuchte, die in die Wand gelangt, muss wieder hinauskönnen. Der Aufbau ist darum bewusst diffusionsoffen: Wasserdampf wandert von innen nach außen, und je weiter außen die Schichten liegen, desto offener sollen sie sein.
Holzfaserdämmplatten folgen diesem Prinzip. Sie lassen Dampf durch, nehmen Feuchtespitzen auf und geben sie wieder ab. Dazu kommt, dass Holzfaser selbst aus Holz besteht. Der Dämmstoff gehört zur gleichen Materialfamilie wie Ständer, Schwellen und Beplankung, was Verarbeitung und Detailausbildung für einen Schreinerbetrieb naheliegend macht.
Wie der Systemaufbau im Einzelnen aussieht, erklären die Seiten zum Wärmedämmverbundsystem und zur hinterlüfteten Fassade.
Welche Holzhäuser infrage kommen
Holzrahmen- und Holzständerbau
Bei diesen Konstruktionen sitzt die Dämmung zwischen den Ständern, die Außenschicht schützt vor Wetter. Ältere Häuser haben oft nur wenig Dämmung in der Gefachtiefe. Eine zusätzliche Dämmlage außen verbessert die Wand und mindert Wärmebrücken über die Ständer.
Fertighäuser der 1960er bis 1980er Jahre
Viele dieser Häuser sind solide gebaut, aber nach heutigem Maß schwach gedämmt. Die Außenhülle ist dann der naheliegende Ansatzpunkt. Gleichzeitig stecken in dieser Bauzeit Materialien, die man heute anders bewertet. Dazu mehr im nächsten Abschnitt.
Blockhaus
Massive Holzwände dämmen zwar etwas, aber oft nicht auf dem gewünschten Niveau. Eine Außendämmung ist möglich, verändert aber das Erscheinungsbild, weil die Blockwand verdeckt wird. Beim Blockhaus kommt die Setzung hinzu, dazu weiter unten mehr.
Bestand prüfen, bevor gedämmt wird
Feuchteschäden in der Konstruktion
Bevor etwas auf die Wand kommt, muss klar sein, wie es darunter aussieht. Wir achten auf Verfärbungen, weiche Stellen, Pilzbefall und aufgequollene Beplankung, besonders am Sockel, an Fensteranschlüssen, unter Balkonen und an Dachrändern. Geschädigte Bauteile werden instand gesetzt, nicht überdämmt.
Mögliche Schadstoffe
Bei alten Fertighäusern können Schadstoffe im Bestand stecken, zum Beispiel Formaldehyd aus Holzwerkstoffen, Holzschutzmittel oder Asbest in Platten. Das heißt nicht, dass jedes Haus belastet ist. Es heißt, dass bei Verdacht vor dem Eingriff eine fachkundige Untersuchung nötig ist.
Diese Untersuchung gehört in die Hände von Fachleuten für Schadstoffe, nicht in die Dämmplanung. Plattenmaterial mit Verdacht auf Asbest darf nicht angebohrt, zersägt oder abgerissen werden, bevor das Ergebnis vorliegt. Erst danach lässt sich entscheiden, wie die Fassade weiter bearbeitet werden kann.
Wandaufbau und Details
Bei einem Holzhaus ist die Reihenfolge der Schichten entscheidend. Von innen nach außen sollen die Schichten dampfoffener werden, nie umgekehrt. Eine zusätzliche Holzfaserschicht außen erfüllt das, solange die neue Außenschicht ebenfalls dampfoffen ist. Eine dichte Folie oder ein diffusionsdichter Anstrich auf der Außenseite würde die Wand dagegen einsperren.
Wichtig sind außerdem die Details, an denen Holzhäuser typischerweise Schaden nehmen:
- Sockel: Das Holz darf nicht dauerhaft im Spritzwasser stehen. Der Übergang zum Gelände braucht Abstand und eine saubere Abdichtung.
- Fenster und Türen: Anschlüsse werden luftdicht und regensicher ausgebildet. Wenn die Fenster in die Dämmebene wandern, muss der Rand der Konstruktion sauber ausgeführt werden.
- Dachrand und Traufe: Die neue Wandstärke verändert den Überstand. Ein zu kurzer Überstand ist bei Holzfassaden besonders ungünstig, weil Regen das Holz direkt trifft.
- Balkone und Veranden: Auskragende Bauteile aus Holz sind Wärmebrücken und Schwachstellen für Feuchte. Sie werden einzeln beurteilt.
Die Ausführung dieser Details ist Schreinerhandwerk und entscheidet darüber, ob die Fassade nach Jahren noch trocken ist.
Was ein Holzhaus anders macht als ein Massivbau
Ein Massivbau speichert Feuchte im Mauerwerk und trocknet langsam. Ein Holzhaus reagiert schneller, aber auch empfindlicher: Das Holz nimmt Feuchte auf und schwindet oder quillt dabei. Fehler in der Planung zeigen sich deshalb früher.
Darum lohnt sich bei Holzhäusern eine genaue Bestandsaufnahme mehr als schnelle Pauschalen. Je besser Sie wissen, was in der Wand steckt, desto verlässlicher wird die Planung. Das gilt für den Aufbau ebenso wie für den Zustand der Bauteile.
Neue Bekleidung oder Putz
Auf die Holzfaserdämmung folgt die äußere Schicht. Zwei Wege sind üblich:
- Verputzt: Die Fassade wird als geschlossene Putzfläche ausgebildet. Das verändert das Aussehen eines Holzhauses deutlich.
- Verkleidet: Eine hinterlüftete Bekleidung, zum Beispiel aus Holz, hält die Optik des Holzhauses und schützt die Dämmung.
Welche Variante zu Ihrem Haus passt, hängt von Gestaltung, Wetterlage und Unterhalt ab. Eine Holzbekleidung muss gelegentlich gepflegt werden, ein Putz dagegen kaum, verändert aber das Erscheinungsbild stärker. Einen Überblick über beide Varianten bietet die Seite Holzfaserdämmung an der Fassade.
Beim Blockhaus: Setzungen
Ein Blockhaus arbeitet. Die Stämme trocknen nach und werden dabei niedriger, die Wand setzt sich. Eine starr befestigte Dämmung und Bekleidung würde dieser Bewegung nicht folgen. Anschlüsse an Fenster, Türen, Dachrand und Anbauten müssen deshalb so ausgeführt werden, dass sich die Wand weiter setzen darf, ohne dass etwas reißt oder klemmt. Das planen wir mit Ihnen am Objekt, bevor etwas bestellt wird.
Planung und Förderung
Auch für Holzhäuser gilt: Wer Fördermittel nutzen möchte, braucht eine Energieeffizienz-Expertin oder einen -Experten und muss den Antrag vor Beginn stellen. Die Einzelheiten finden Sie auf der Seite Holzfaserdämmung Kosten. Wie die Zusammenarbeit abläuft, steht unter Ablauf, und einzelne Arbeiten zeigen die Referenzen.
Ihr nächster Schritt
Wenn Sie wissen möchten, in welcher Größenordnung Kosten und Ersparnis bei Ihrem Holzhaus liegen, hilft der Kostenrechner. Für eine Einschätzung am Objekt schicken Sie uns Ihre Anfrage.
Stand: · Sebastian Lindner, Schreinermeister
