Holzfaserdämmung an der Fassade

Holzfaserplatten dämmen die Außenwand, regulieren Feuchte und halten im Sommer die Hitze länger draußen. Der Schreinerbetrieb holzlindner baut sie verputzt oder hinter einer Holzschalung ein, im Raum Regensburg und Kelheim.

Zweigeschossiges Haus mit frisch montierten Holzfaserdämmplatten an der Fassade, eingebauten Fenstern und Ziegeldach (Baustellenumfeld mit KI bereinigt)KI-bearbeitet: Baustellenumfeld mit KI bereinigt

Was ist Holzfaserdämmung an der Fassade?

Holzfaserdämmplatten bestehen aus zerfaserten Holzresten, meist aus der Sägeindustrie. Die Fasern werden zu Platten gepresst oder verfilzt und mit natürlichen oder zugesetzten Bindemitteln gefestigt. An der Fassade übernehmen sie die Aufgabe, die Außenwand zu dämmen und gleichzeitig vor Wetter und Wind zu schützen.

Die Wärmeleitfähigkeit liegt je nach Platte etwa bei 0,038 bis 0,050 W/(mK). Das ist gut, aber nicht besser als bei vielen anderen Dämmstoffen. Die Stärken der Holzfaser liegen woanders, nämlich im Verhalten bei Feuchte, Hitze und Schall. Dazu unten mehr.

Zwei Ausführungen: verputzt oder hinterlüftet

Holzfaser lässt sich an der Fassade auf zwei Arten einsetzen. Welche passt, hängt vom Haus, vom Geschmack und vom Untergrund ab.

Verputzt als Holzfaser-WDVS

Die Platten werden auf die Wand geklebt oder gedübelt, mit Gewebe armiert und mit einem mineralischen Putz überzogen. Von außen sieht die Fassade aus wie ein klassisch verputztes Haus. Aufbau, Sockel und Anschlüsse erklärt auf der Seite Holzfaser WDVS.

Verkleidet und hinterlüftet

Hier sitzt die Dämmung hinter einer Unterkonstruktion aus Holz. Davor liegt eine belüftete Ebene, außen folgt eine Holzschalung oder eine Plattenbekleidung. Das ist die Ausführung, in der das Schreinerhandwerk am deutlichsten sichtbar wird. Die Details stehen unter hinterlüftete Fassade mit Holzfaser.

Die Stärken von Holzfaser

Feuchteregulierung und diffusionsoffener Aufbau

Holzfaser kann Feuchte aufnehmen und wieder abgeben, ohne ihre Dämmwirkung zu verlieren. Wird der gesamte Wandaufbau von innen nach außen diffusionsoffener, kann Feuchte aus der Wand nach außen entweichen. Das macht den Aufbau gutmütig, etwa bei Mauerwerk, das im Altbau nicht mehr ganz trocken ist. Voraussetzung ist, dass alle Schichten dazu passen.

Sommerlicher Hitzeschutz

Holzfaser speichert Wärme deutlich besser als leichte Dämmstoffe. Die spezifische Wärmekapazität liegt bei etwa 2.100 J/(kgK). Zusammen mit der Rohdichte der Platten verzögert das den Wärmedurchgang: Die Hitze des Nachmittags kommt erst viele Stunden später innen an, oft erst nachts, wenn sich durchlüften lässt. Diese Phasenverschiebung macht Dachgeschosse und Obergeschosse im Sommer meist erträglicher. Ein Ersatz für Verschattung ist sie nicht.

Schallschutz

Die faserige, weiche Struktur dämpft Schall. Straßenlärm und Geräusche von außen werden etwas besser abgehalten als bei starren Dämmplatten. Wie viel das im Einzelfall bringt, hängt vor allem von den Fenstern ab.

Nachwachsender Rohstoff

Holz bindet beim Wachsen CO₂, und dieser Kohlenstoff bleibt im Dämmstoff gespeichert, solange er verbaut ist. Auch die Herstellung beansprucht Energie, Holzfaser ist deshalb kein Selbstläufer in der Ökobilanz. Im Vergleich mit erdölbasierten Dämmstoffen steht sie aber gut da. Mehr dazu auf der Seite Holzfaser im Vergleich mit Mineralwolle.

Angenehmes Wohnklima

Wer im Sommer nicht schwitzt und im Winter warme Wandoberflächen hat, empfindet ein Haus meist als behaglicher. Genau darauf zielt die Kombination aus Wärmespeicherung und Feuchteausgleich.

Ehrlich gesagt: Was Sie wissen sollten

Holzfaser ist normalentflammbar (Baustoffklasse E bzw. B2) und meist teurer als einfache Standarddämmstoffe. Sie reagiert empfindlich auf dauernde Nässe, deshalb gehören Sockel, Fensteranschlüsse und Wetterschutz sorgfältig geplant. Die Platten sind zudem schwerer als viele Alternativen. Eine nüchterne Aufstellung finden Sie unter Nachteile der Holzfaserdämmung.

Für welche Häuser eignet sich das?

Besonders gut passt die Holzfaserdämmung bei zwei Gebäudearten:

  • Bestandsbauten aus Mauerwerk. Der diffusionsoffene Aufbau verträgt sich mit älteren Wänden. Die Hinweise zu Untergrund, Feuchte und Putz stehen auf der Seite Fassadendämmung im Altbau.
  • Holzhäuser und Holzständerbauten. Hier lässt sich die Dämmung an die vorhandene Konstruktion anpassen. Mehr dazu unter Fassadendämmung beim Holzhaus.

Ob Ihr Haus geeignet ist, sehen wir uns am besten vor Ort an: Untergrund, Sockel, Dachüberstand und Fenster entscheiden mit.

Was vor der Planung geklärt werden muss

Eine Fassadendämmung ist mehr als Platten an der Wand. Bevor ein Angebot entsteht, schauen wir uns mehrere Punkte an:

  • Untergrund: Ist die Wand tragfähig, trocken und eben? Sitzt der alte Putz fest?
  • Sockel: Wie hoch reicht das Gelände, und wo spritzt Regenwasser auf?
  • Dachüberstand: Schützt er die neue Fassade, oder muss er verlängert werden?
  • Anbauteile: Regenfallrohre, Außenleuchten, Rollladenkästen und Lüftungsöffnungen müssen versetzt oder angepasst werden.
  • Brandschutz: Gebäudeklasse und Abstand zum Nachbargrundstück bestimmen, welche Ausführung zulässig ist.

Diese Fragen entscheiden darüber, ob eine verputzte oder eine hinterlüftete Fassade sinnvoller ist. Manchmal ist auch eine Kombination aus beidem die beste Lösung, etwa Putz im Erdgeschoss und Holzschalung darüber.

So läuft eine Fassadendämmung ab

Am Anfang steht die Bestandsaufnahme am Haus, dann folgen Planung und Angebot. Danach kommen Gerüst, Vorbereitung des Untergrunds, Dämmung und Oberfläche. Die einzelnen Schritte beschreiben wir auf der Seite Ablauf.

Holzfaser oder ein anderer Dämmstoff?

Holzfaser ist nicht für jedes Haus die einzige vernünftige Wahl. Wer vor allem auf den Preis schaut oder wenig Platz an der Wand hat, kommt womöglich mit einem anderen Dämmstoff besser zurecht. Wo es auf Sommerkomfort, Feuchteverhalten und einen ökologischen Aufbau ankommt, spielt Holzfaser ihre Stärken aus. Eine Gegenüberstellung steht auf der Seite Holzfaser und Mineralwolle im Vergleich.

Was kostet das?

Die Kosten hängen von Fläche, Dämmstärke, Ausführung und Zustand der Wand ab. Preise nennen wir hier bewusst nicht, weil sie ohne Ihr Haus nichts aussagen. Auf der Seite Kosten der Holzfaserdämmung finden Sie die Einflussfaktoren, den Rechner und die Hinweise zu Fördermöglichkeiten.

Aus der Region, vom Schreiner

holzlindner ist ein Schreinerei- und Objektbaubetrieb von Schreinermeister Sebastian Lindner. Die Werkstatt liegt in Pentling-Graßlfing im Landkreis Regensburg, der Firmensitz in Kelheim. Wir arbeiten in Regensburg, Pentling, Kelheim, Abensberg, Neustadt an der Donau, Ingolstadt, Landshut, Straubing und München.

Wer hinter dem Betrieb steht, lesen Sie auf der Seite Über uns. Fertige Arbeiten zeigen wir unter Referenzen. Häufige Fragen sind in der allgemeinen FAQ gesammelt.

Nächster Schritt

Wenn Sie wissen möchten, was Ihre Fassade ungefähr kosten würde, nutzen Sie den Rechner auf der Kostenseite. Für eine konkrete Einschätzung schicken Sie uns über die Anfrage ein paar Angaben und Fotos des Hauses.

Stand: · Sebastian Lindner, Schreinermeister

Häufige Fragen

Wie lange hält eine gedämmte Fassade mit Holzfaser?

Eine feste Zahl wäre unseriös, denn die Lebensdauer hängt vor allem von der Ausführung ab: von sauberen Anschlüssen, einem dichten Sockel und einer Außenseite, die Wasser zuverlässig abweist. Holzfaserplatten selbst sind bei trockenem Einbau und intaktem Wetterschutz sehr langlebig.

Verschleißteile sind eher die Oberflächen. Ein mineralischer Putz oder ein Anstrich auf Holz muss nach Jahren überprüft und bei Bedarf erneuert werden. Eine regelmäßige Sichtkontrolle, etwa einmal im Jahr, findet kleine Schäden früh.

Was passiert mit Fenstern und Laibungen?

Eine neue Dämmschicht macht die Wand dicker. Dadurch verengen sich die Laibungen, und Fensterbänke sowie Dachüberstände müssen zur größeren Wandstärke passen. Das wird vor Beginn geplant und gehört zum Aufmaß.

Bei bestehenden Fenstern wird die Dämmung so angeschlossen, dass kein Wasser hinter die Platten läuft. Oft lohnt es sich, einen Fensteraustausch mit der Fassade zusammen zu planen, weil sich dann der Einbau in der Dämmebene sauber lösen lässt.

Kann ich während der Arbeiten im Haus wohnen bleiben?

In aller Regel ja, denn die Dämmung wird von außen montiert. Mit Lärm, Gerüst und Staub müssen Sie während der Bauzeit trotzdem rechnen. Zeitweise sind Fenster verdeckt oder sollten geschlossen bleiben, und die Fensterbänke werden ausgetauscht oder angepasst.

Wie lange es dauert, hängt von Fläche, Ausführung und Wetter ab. Im Beratungsgespräch klären wir, welche Arbeitsschritte Ihren Alltag am stärksten betreffen.

Zu welcher Jahreszeit und bei welchem Wetter lässt sich die Fassade dämmen?

Gebaut wird meist vom Frühjahr bis in den Herbst. Holzfaserplatten dürfen beim Einbau nicht durchnässt werden, und Putz braucht Temperaturen, bei denen er sauber abbindet. Bei Dauerregen oder Frost ruht deshalb die Arbeit an der betroffenen Fläche.

Die hinterlüftete Variante mit Holzschalung ist weniger wetterabhängig, weil kein nasser Putz aufgetragen wird. Planen Sie lieber früh, damit der Termin zur passenden Witterung liegt.

Was unterscheidet die Fassadendämmung von einer Innendämmung?

Die Außendämmung legt die gesamte Wand in die warme Zone. Das Mauerwerk bleibt wärmer, Wärmebrücken an Decken und Wandanschlüssen werden entschärft, und Sie verlieren keine Wohnfläche. Außerdem bleibt die Speichermasse der Wand für den Innenraum nutzbar.

Eine Innendämmung kommt infrage, wenn die Fassade erhalten bleiben soll oder eine Außendämmung nicht möglich ist. Sie ist bauphysikalisch anspruchsvoller, weil Feuchte an der kalten Wandseite anfallen kann.

Was kostet die Dämmung Ihrer Fassade?

Mit dem Rechner haben Sie in zwei Minuten eine Kostenspanne samt Förderung. Lieber gleich persönlich? Rufen Sie an.